Warum trinken Menschen ?
- Zusammensein mit anderen lockern
- Stressbewältigung
- Selbstwertgefühl steigern, Mut antrinken
- Sexuelle Annäherung lockern
Prädisponierende Faktoren
1. Kinder von Alkohlikern: 4mal höheres Risiko Alkoholiker zu werden
2. Personen, die nur positive Alkoholwirkung ohne negative Folgen gespürt haben
3. Personen mit niedrigem Spiegel körpereigener Morphine
Dosierung => Alkoholwirkung
1. niedrig => anregend
2. mittlere Dosierung => Erregung, Aggressivität
3. hoch => Sedierung
Leberschädigung
60 g : Mann, 20 g : Frau
40 g ist in : 1l Bier, 0,3l Wein, 0,2l Sekt, 0,04lKorn,Wodka,Rum
tägl. mehr als 70 g : Mann: 2mal häufiger Leberzirrhose, Frau: 100mal häufiger Leberzirrhose
Alkoholismustypen nach Jellinek
1. alpha: Konflikt-Wirkungstrinker : trinkt alleine unter Belastung, ist vollständig abstinenzähig
2. beta: Gelegenheitstrinker : auf Feiern oder Wochenende, Organschäden möglich, abstinenzfähig
3. gamma: psychische und physische Abhängigkeit, Entzugssymptome, Kontrollverlust, Organschäden, soziale Probleme
4. delta: Spiegeltrinker, kein Rausch, nie ganz nüchtern aber kein Kontrollverlust, Organschäden möglich
5. epsilon: Quartalssäufer : Exzesse, totaler Kontrollverlust, zwischendurch normal
Phasen des Alkoholismus nach Jellinek
1. voralkoholische Phase: weniger Belastungs- und Frustrationstoleranz, Alkoholtoleranz nimmt zu
2. Prodromalphase: zunehmend an Alkohol denken, aber nicht darüber sprechen, heimlich trinken, 1. Glas gierig trinken, Schuldgefühle, Alkoholtoleranz nimmt zu, 1. Erinnerungslücken
3. Kritische Phase: Kontrollverlust, soziale Probleme, immer mehr der 9 Suchtsymptome
4. Chronische Phase: regelmäßig schon morgens trinken alles mögliche trinken, Flaschen verstecken
Veränderungen im Rausch
Stimmung, Antrieb Denken : langsamer, weniger Kritikfähigkeit, Soziales Verhalten, Bewusstsein, Bewegungen
Körperfunktionen: Blutgefäße weiter, Erbrechen, Körpertemperaturregelung gestört, evtl. Harn-,Stuhlinkontinenz
Pathologischer Rausch
Beginnt plötzlich, oft nach nur geringen Mengen Alkohol:
Heftige Wut- oder Angstzustände => Neigung zu Gewalttätigkeit, Halluzinationen, Desorientiertheit
Danach Terminalschlaf, Amnesie
Evtl schuldunfähigkeit (§20StGB) aber Einweisung in Entzugsklinik
Körperliche Erkrankungen bei Alkoholikern
Lebenserwartung 23,4 Jahre weniger
- Fettleber => Hepatitis => Leberzirrhose
- Pankreatitis, Gastrits, Kardiomyopathie
- Krampfanfälle
- Kachexie
- Polyneuropathie, erektile Dysfunktion
Alkoholpsychosen
1. Delirium tremens
Prädelir: Angst, Unruhe Schlaflosigkeit, Nesteln, erhöhte Reizbarkeit
Delir: Orientierungslosigkeit, optische Halluzinationen (weiße Mäuse), Fieber, Tachykardie, Diarrhoe, Angst, sehr suggestibel, Affektstörungen, Tremor, Krampfanfälle, Unruhe
Auslösungsarten des Delirs
Am häufigsten : Entzugsdelir
Sonst: Gelegenheitsdelir durch Stress, Kontinuitätsdelir
Gängiges Medikament : sehr sedierend Clomethiazol, Name : Distraneurin
Alkoholhalluzinose
Akustische Halluzinationen : Pat. hören Stimmen : kommentierende, diffamierende Gespräche hinter dem Rücken
Eifersuchtswahn
Alkoholiker (meistens impotent) glaubt, seine Frau ginge dauernd fremd, er beschuldigt sie, verfolgt sie, lässt sie nicht aus dem Haus
Wernicke-Enzephalopathie
Vitamin B1-Mangel : Desorientiertheit, Somnolenz, Ataxie, Augenmuskellähmungen, Nystagmus
Therapie: Vit. B1 parenteral
Kann auch tödlich sein oder Übergang in:
Korsakow-Syndrom
Orientierungsstörung zu Zeit und Raum, schwere Merkfähigkeitsstörung, Ultrakurzzeitgedächtnis vorhanden, aber Kurzzeitgedächtnis nicht Konfabulationen = mit erfundenen Geschichten Gedächtnislücken füllen
Therapie der Alkoholsucht : 1. Kontaktphase 2. Entgiftungsphase 3. Entwöhnungsphase 4. Nachsorgephase
Statistik
Pro Kopf wird pro Jahr 11,8l 100%iger Alkohol getrunken
Alkoholsuchtgefährdet: jeder 6. Mann, jede 20. Frau
Jeder 3.-4. Erwachsende hatte irgendwann im Leben alkoholbedingte gesundheitliche Probleme
Co-Abhängigkeit
- Verantwortung übernehmen
- entschuldigen, rechtfertigen
- Belastungen abnehmen
- Kontrollieren
- Je schlimmer, desto mehr kümmert sich der Co-Alkoholiker
Alkoholismus als Krankheit
Seit 18.06.1968 Reichsversicherungsordnung
3,25% der Bevölkerung Deutschlands betroffen, davon 30 % Frauen verhaltensbedingte Kündigung nicht möglich, nur personenbedingte wann Hoffnung auf Wiederherstellung nicht gegeben ist.
Fürsorgepflicht der Firma: Therapie